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Winglark

Phase 03 · RSVPRückmeldungen5 Min. Lesezeit

Was bedeutet u.A.w.g. – und was RSVP? Bedeutung, Formulierung und Etikette

u.A.w.g. bedeutet „um Antwort wird gebeten“: Wer die vier Buchstaben auf einer Einladung liest, soll dem Gastgeber mitteilen, ob er kommt — mit einer Zusage oder einer Absage, nicht nur, wenn er kommt. Dasselbe meint das international verbreitete RSVP, die Abkürzung des französischen **répondez s’il vous plaît**. Genau hier beginnt das häufigste Missverständnis. Viele Gäste lesen u.A.w.g. als „melde dich, falls du kommst“, Gastgeber meinen „alle antworten“, und der Unterschied zwischen beiden Lesarten kehrt als leerer Stuhl oder als nicht gegessenes Menü zurück. Dieser Leitfaden erklärt, was u.A.w.g. und RSVP bedeuten, wie man sie so formuliert, dass es nur eine Lesart gibt, und was auf beiden Seiten der Antwort höflich ist.

u.A.w.g. und RSVP: Herkunft und Schreibweise

Die deutsche Formel „um Antwort wird gebeten“ stammt aus der förmlichen Einladungssprache und wird meist abgekürzt: „u. A. w. g.“ mit Leerzeichen, im Alltag oft „u.A.w.g.“ und am Zeilenanfang „U. A. w. g.“. RSVP ist die französische Entsprechung, die über das Englische auch in deutsche Einladungen gekommen ist, vor allem bei Firmenveranstaltungen und internationalen Gästen. Beide bitten um dasselbe.

Weil „wird gebeten“ und „s’il vous plaît“ die Bitte schon enthalten, ist „bitte u.A.w.g.“ streng genommen doppelt höflich. Das stört kaum jemanden, aber auf einer förmlichen Einladung genügt die Abkürzung allein — oder ausgeschrieben: „Wir bitten um Ihre Zu- oder Absage bis …“.

Was u.A.w.g. vom Gast verlangt

u.A.w.g. verlangt eine Antwort in jedem Fall, bis zu einem Datum und auf dem Weg, den der Gastgeber angibt. Wer nicht kommt, soll das sagen, und diese Absage ist für den Gastgeber genauso nützlich wie eine Zusage: Sie gibt einen Platz, ein Menü und eine Stelle in der Zahl frei, die das Haus braucht.

Außerdem verlangt sie eine Antwort auf die gestellte Frage. Ist die Einladung nur an Sie gerichtet, gilt die Antwort nur für Sie; Partner oder Kinder mitzubringen braucht die Zustimmung des Gastgebers, nicht eine zusätzliche Zeile in der Rückmeldung. Fragt die Einladung nach Menüwahl oder Unverträglichkeiten, gehört die Auskunft in die Antwort.

Zu- und Absagen auf der Einladung formulieren

Eine Rückmeldezeile funktioniert mit drei Dingen: einem Datum, einem einzigen Antwortweg und Klarheit darüber, wer eingeladen ist. Setzen Sie sie unten auf die Einladung, nach Datum und Ort, wo Gäste sie suchen. Geben Sie einen Antwortweg an, nicht drei; kommen Antworten per Nachricht, E-Mail und mündlich, gehen einige verloren.

Wer eingeladen ist, steht besser in der Anrede als in der Rückmeldezeile. „Liebe Elif, lieber Markus“ ist klarer als jede Regel über Begleitpersonen.

  • Förmlich: „U. A. w. g. bis Freitag, 12. Mai.“
  • Ausgeschrieben: „Wir bitten um Ihre Zu- oder Absage bis zum 12. Mai.“
  • Herzlich: „Gebt uns bis zum 12. Mai Bescheid, ob ihr dabei seid.“
  • Geschäftlich: „Bitte bestätigen Sie Ihre Teilnahme bis zum 12. Mai über den Link in dieser Einladung.“
  • Mit Frage: „Rückmeldung bis 12. Mai, gern mit Hinweis auf Unverträglichkeiten.“

u.A.w.g., „nur Absagen erbeten“ und andere Varianten

Mehrere Formeln sehen ähnlich aus und verlangen Verschiedenes. Die richtige zu wählen ist der Weg, die nötigen Antworten zu bekommen, ohne hinterherzulaufen.

  • u.A.w.g. / RSVP — alle antworten, mit Zu- oder Absage.
  • Nur Absagen erbeten (englisch „regrets only“) — Schweigen gilt als Zusage; passt zu lockeren Treffen, bei denen die genaue Zahl keine Rolle spielt.
  • Rückmeldung bis … — nach diesem Datum plant der Gastgeber mit dem, was er hat.
  • Zu- und Absagen bitte an Anna Weber — die Antwort geht an eine genannte Person, häufig bei Familienfesten.
  • Antwort über Ihren persönlichen Link — eine Online-Rückmeldung, die direkt beim Gast landet.

Das Datum für „Rückmeldung bis“ wählen

Das Rückmeldedatum ist nicht der Tag, an dem Sie es wissen möchten, sondern der Tag, an dem jemand anderes es wissen muss. Die endgültige Personenzahl für das Catering, die Sitzordnung, der Druck der Tischkarten und die Bestätigung beim Veranstaltungsort haben eigene Termine. Nehmen Sie den frühesten davon und legen Sie die Rückmeldefrist etwas davor, damit Zeit bleibt, bei Gästen ohne Antwort nachzufragen.

Schreiben Sie den Wochentag dazu — „Freitag, 12. Mai“. Das beseitigt die häufigste Verwechslung und lässt das Datum wie eine echte Frist wirken, nicht wie einen Vorschlag.

Etikette für Gäste

Eine Einladung mit u.A.w.g. zu beantworten ist eine der wenigen gesellschaftlichen Pflichten, die eine Minute dauern und auffallen, wenn man sie versäumt. Der Gastgeber zählt Stühle und Teller für Sie.

  • Antworten Sie bis zur Frist, auch mit einer Absage; früher ist freundlicher.
  • Antworten Sie auf dem Weg, den die Einladung nennt.
  • Antworten Sie nur für die genannten Personen; fragen Sie, bevor Sie jemanden mitbringen.
  • Nennen Sie Allergien und Bedürfnisse bei der Barrierefreiheit in der Antwort, nicht an der Tür.
  • Ändert sich Ihre Antwort, sagen Sie es sofort — besonders eine späte Absage.
  • Eine Zusage ist ein Versprechen; halten Sie es, wenn nichts Ernstes dazwischenkommt.

Etikette für Gastgeber

Auch Gastgeber haben Pflichten. Eine Einladung, die spät ankommt, die Frist versteckt oder Antworten an drei Stellen verlangt, bekommt die Rückmeldungen, die sie verdient.

  • Versenden Sie früh genug, dass Gäste vor der Frist antworten können.
  • Machen Sie mit Namen klar, wer eingeladen ist.
  • Machen Sie das Antworten leicht: ein Weg, wenige Fragen, ein Link, der funktioniert.
  • Danken Sie bei Absagen so herzlich wie bei Zusagen.
  • Erinnern Sie die Schweigenden einmal freundlich vor der Frist — nicht die, die schon geantwortet haben.
  • Nehmen Sie eine geänderte Antwort gelassen; sie ist besser als ein leerer Platz.

Fragen

Wofür steht u.A.w.g.?

u.A.w.g. steht für „um Antwort wird gebeten“. Die Abkürzung bittet jeden Gast, dem Gastgeber bis zum genannten Datum mitzuteilen, ob er kommt oder nicht. RSVP, vom französischen „répondez s’il vous plaît“, bedeutet dasselbe.

Muss ich bei u.A.w.g. auch absagen, wenn ich nicht komme?

Ja. Solange die Einladung nicht „nur Absagen erbeten“ sagt, verlangt u.A.w.g. eine Antwort in jedem Fall. Eine Absage erlaubt dem Gastgeber, Platz und Menü freizugeben, und kommt besser an als Schweigen.

Ist „bitte u.A.w.g.“ falsch?

Streng genommen wiederholt es die Bitte, weil „wird gebeten“ schon darin steckt. Es ist verbreitet und fällt kaum auf; auf einer förmlichen Einladung wirkt die Abkürzung allein oder „Wir bitten um Ihre Zu- oder Absage“ eleganter.

Was tun, wenn die Rückmeldefrist verpasst ist?

Antworten Sie trotzdem, sobald es Ihnen auffällt, und entschuldigen Sie sich kurz. Der Gastgeber hat die Zahl vielleicht schon weitergegeben; setzen Sie bei einer späten Zusage nicht voraus, dass sie noch geht, sondern fragen Sie.

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